Anwaltskosten berechnen

Möchten Sie gern einen schnellen Überblick über mögliche Anwaltskosten gewinnen? Hier geht es zum Anwaltskostenrechner

Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei nur um eine Schätzung handelt! Für eine genaue Berechnung ist die individuelle Beratung bei einem Rechtsanwalt unverzichtbar.

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Warum ein Anwalt verdient, was er verdient

Sie sind der Meinung Anwaltshonorare sind undurchschaubar und zu hoch?
Dann befinden Sie sich in guter Gesellschaft.

Nach einer Forsa Studie aus dem Jahr 2013 haben 71% der Befragten Angst vor den Kosten eines Rechtsstreites und würden deswegen keinen Anwalt beauftragen. In der Altersgruppe der 18 bis 29-jährigen steigt diese Zahl auf 81% (Hartung in Legal Tech, 2018, S. 12 RN 39)

Vielleicht kann eine Erläuterung über die anwaltliche Tätigkeit und die Gebührenstruktur einen Teil dieser Ängste nehmen.

Die folgende Auflistung ist nicht vollständig. Sie gibt nur Hinweise und versucht etwas Transparenz zu schaffen. Für die genaue Berechnung der Anwalts- und Prozesskosten ist immer eine individuelle Beratung bei einem Rechtsanwalt notwendig.

Zunächst etwas zur Anwaltsausbildung:
Zur Rechtsanwaltschaft kann nur zugelassen werden, wer die sogenannte "Befähigung zum Richteramt" hat. Diese wird mit erfolgreichem Abschluss des zweiten juristischen Staatsexamens erworben. Das Bestehen des ersten Staatsexamens an einer Universität ist hierfür Voraussetzung. Die Regelstudienzeit beträgt 9 Semester. Die schriftliche Prüfung umfasst in Bayern 8 Klausuren zu 5 Stunden. Nach erfolgreichem Bestehen der Klausuren findet die mündliche Prüfung statt.
Im Referendariat, das ca. zwei Jahre dauert, werden die Juristen an die praktische Arbeit herangeführt. Das zweite Staatsexamen erfordert das Bestehen von 11 Klausuren zu jeweils 5 Stunden. Nach Bekanntgabe der Prüfungsergebnisse, was mehrere Monate in Anspruch nehmen kann, folgt die zweite mündliche Prüfung.
Die Durchfallquote beider Examina liegt in der Regel über 60%.
Rechnet man alle Ausbildungszeiten zusammen, so dauert die juristische Ausbildung mindestens acht Jahre. Möchte man eine Zusatzqualifikation erwerben, wie zum Beispiel einen Doktortitel oder Master müssen noch eineinhalb Jahre hinzugerechnet werden.
Erst nach einer Tätigkeit von drei Jahren als Rechtsanwalt kann eine Qualifikation zu einem Fachanwalt erworben werden.

Gegenstand der anwaltlichen Tätigkeit:
Kernstück der juristischen Ausbildung ist der Mensch in seiner sozialen Umgebung. Hierzu gehören nicht nur der staatliche Aufbau, sondern die Rechtsbeziehungen der Menschen in der Gesellschaft. Im Gegensatz zu Steuerberatern, deren Blickfeld sich nur auf betriebliche Unternehmungen richtet, ist der Anwalt für fast alle Angelegenheiten, als auch steuerliche, zuständig. Dies bedeutet, dass er alle Aspekte der sozialen Zuweisungen des Menschen im Blick haben muss.
Im Rahmen der Interessenvertretung wird vor Gericht oder auch außergerichtlich versucht, eine Einigung zwischen den widerstreitenden Interessen der Mandanten zu finden. Damit ist die Herstellung von Frieden eine der wichtigsten Aufgabe des Rechtes.
Ein Rechtsanwalt handelt nicht mit Waren, fabriziert keine Güter, veredelt keine Rohstoffe, entwickelt keine Maschinen, sondern erbringt eine Dienstleistung aufgrund seiner fundierten langjährigen Ausbildung.

Eine Honorierung der Rechtsanwälte ist damit gerechtfertigt:
Die Entlohnung der Rechtsanwälte erfolgt nicht nach deren Gutdünken.
Grundlage des Honorars ist das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG).

In 61 Paragrafen und einer Vergütungsordnung wird das Anwaltshonorar festgelegt. Kernstück ist hierbei der Gegenstandswert. Möchte zum Beispiel ein Mandant eine Forderung in Höhe von 2000€ durch einen Rechtsanwalt beitreiben lassen, so ist der Gegenstandswert 2000€. Aus diesem Wert errechnen sich dann die Rechtsanwaltsgebühren.
Diese können mit dem Prozesskostenrechner ermittelt werden.

Der Gegenstandswert besteht in manchen Rechtsgebieten, wie zum Beispiel dem Familienrecht aus mehreren Teilen, welche addiert werden. Im Verwaltungsrecht existiert ein Gegenstandswertkatalog der obersten Gerichte. In dieser Aufstellung sind Gegenstandswerte festgelegt für einzelne verwaltungsrechtliche Bereiche, wie zum Beispiel Baugenehmigung, Nutzungsuntersagung, Normenkontrollverfahren und so weiter. Lässt sich ein Gegenstandswert nicht aus dem Behördenbescheid erkennen, so wird der Aufwand Wert von 5000 € als Gegenstandswert genommen.

Leistungsumfang der Tätigkeit:
Der Aufwand des Rechtsanwaltes ist mit den Gebühren aus dem Gegenstandswert abgegolten. Hierbei spielt es eine Rolle, wie umfangreich und arbeitsintensiv die Tätigkeit des Rechtsanwaltes in dem Verfahren ist. Es kann vorkommen, dass bei außergerichtlichen Streitigkeiten über das Umgangsrecht von Kindern Hunderte von Seiten geschrieben werden. Hierfür kann der Anwalt nur im Rahmen der gesetzlichen Gebührenordnung die Kosten erhöhen, oder bei geringerem Aufwand (auch unter Berücksichtigung der persönlichen Verhältnisse des Mandanten) senken.

Kostenlast bei teilweisem Obsiegen:
Kann nicht der gesamte eingeklagte Betrag erstritten werden, so sind die Kosten des Rechtsstreites nach dem Anteil des Obsiegens zu verteilen. Sind zum Beispiel 1000 € eingeklagt, aber nur 500 € für rechtens zuerkannt worden, so tragen die Parteien in der Regel jeweils 50 % der Prozesskosten. Hierauf weist der Anwalt den Mandanten hin.

Gesamtkosten des Rechtsstreits:
Der Kostenrahmen für den gesamten Rechtsstreit wird aber nicht von dem Rechtsanwalt alleine festgelegt. Es kommen die Gerichtskosten hinzu, welche sich ebenfalls aus dem Gegenstandswert berechnen.
Nachdem das Gericht nur Rechtsfragen klärt, werden für die Begutachtung von Tatsachen in vielen Fällen Sachverständige hinzugezogen.
So werden zum Beispiel in Streitigkeiten über Bausachen, Umgangsregelungen, Lieferung mängelbehafteter Sachen, Verkehrsunfälle, Arzthaftung, usw. häufig Gutachter mit der Tatsachenfeststellung beauftragt.
Die Kosten dieser Sachverständigen können die Honorare des Anwaltes bei weitem übersteigen.

Finanzierung des Rechtsstreits:
Ist der Sachverhalt von einer Rechtsschutzversicherung gedeckt, muss sich der Mandant über die Rechtsverfolgung und die Gutachterkosten in der Regel wenig Sorgen machen. Das Risiko des Rechtsstreits wird dann von der Rechtsschutzversicherung abgedeckt.

Bei Streitigkeiten im Arzthaftungsbereich wird das Prozessrisiko manchmal auch von der Krankenversicherung abgedeckt.

Hat der Mandant nicht ausreichend finanzielle Mittel um einen Prozess zu führen, so kann er einen Antrag auf Verfahrenskostenhilfe stellen. Voraussetzung hierfür ist, dass nach einer vorläufigen Beurteilung hinreichende Erfolgsaussichten in der Angelegenheit bestehen. Ist der Nachweis für die Nichtfinanzierbarkeit des Prozesses erbracht, so kann der Staat die Kosten des Rechtsstreites übernehmen.

Bei höheren Streitwerten, wie zum Beispiel bei dem Bau eines Hauses, welches gravierende Mängel aufweist, oder eines vermeintlichen Arzthaftungsfalles ist das finanzielle Risiko einer Prozessführung enorm hoch.

Hier können Versicherungen oder Firmen einspringen, welche den Prozess finanzieren. Je nach Höhe des Risikos, bemisst sich die zu zahlende Quote aus dem gewonnenen Betrag.

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